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Rezept zur Herstellung von Terra preta

Zutaten:

10 Teile Holz-Hackschnitzel
  1 Teil Holzkohle (fein gemahlen)
  0,5 Teile Tonmehl
  0,3 Teile Urgesteinsmehl
  0,3 Teile Braunkohlenasche
  Pflanzenjauche aus Brennesseln, Comfrey oder anderen Stickstoffsammlern
  Mikrobenmischung (Starter)

Zubereitung:

Die relativ groben Holz-Hackschnitzel werden zusammen mit der Holzkohle in unserem Häcksler in mehreren Durchgängen bis zur gewünschten Feinheit gebracht (je kleiner, um so schneller läuft der Verrottungsprozess ab). Wir haben einen Häcksler der Firma Terra Cut im Einsatz. Dieser spleist die Holzfasern auf, so dass eine relativ große Oberfläche für die Mikroben entsteht.
Natürlich kann man anstelle von Hackschnitzeln auch Heckenschnitt, Baumschnitt, Ernteabfälle, Küchenabfälle, Grasschnitt, verholztes Material u.ä. verwenden. Je frischer, desto besser lässt es sich häckseln. Frisches Häckselgut wird auch von den Regenwürmern am liebsten angenommen.
Die fertige Masse wird in der Schubkarre mit dem Tonmehl und dem Urgesteinsmehl und der Asche vermischt und anschließend als flache Miete aufgeschichtet - max. 30 bis 40 cm hoch. Dadurch wird gewährleistet, dass genügend Sauerstoff in der Miete vorhanden ist, zugleich entfällt das Umschichten.
Heute ist klar, dass es "die Terra preta" nicht gibt. Es spielen viele Faktoren eine Rolle, vor allem das Klima, die Jahreszeit, die Ausgangsmaterialien u.a. Unsere Terra preta ist auf den typischen Brandenburger Sand-Boden zugeschnitten. Deshalb das Tonmehl und das Urgesteinsmehl. Tonmehl z.B. ist reich an dem Tonmineral Montmorillonit (Quellton). Dadurch können sich die sogenannten Ton-Humus-Komplexe bilden.
Die Braunkohlenasche ist ein guter Lieferant für Bor, welches in fast allen Böden fehlt. Bor ist wichtig für die Einlagerung von Kalk in unseren Knochen.
Nun wird die Miete mit der Pflanzenjauche übergossen, die mindestens 4 Wochen gestanden haben sollte. Ausser Brennesseln und Comfrey eignen sich für die Pflanzenbrühe auch Knopfkraut, Melde, guter Heinrich, Vogelmiere, Schöllkraut. So wird die Miete mit Stickstoff angereichert.
Zuletzt wird die Mikrobenmischung (der Starter) darübergegossen. Diese Mischung kann man sich herstellen aus Heuaufguss (bacillus subtilis) oder aus anderen typischen Humusbildnern wie Geobacillus oder Lactobacillus. Möchte man die Mischung über einen längeren Zeitraum nutzen, so kann man mit ein wenig zerquetschter Banane oder Melasse und etwas Molkepulver eine stabile Umgebung sicherstellen, in der nicht Pilze die Überhand gewinnen. Die Mikrobenmischung sollte nicht zu kühl gelagert werden.
Nach kurzer Zeit werden sich jede Menge Regenwürmer einfinden, die die 'Hauptarbeit' übernehmen. Wenn sich die Regenwürmer zurückziehen, ist die Terra preta fertig. In den Sommermonaten dauert das etwa 3-4 Monate.

Häcksler 'Terra Cut'  fertiges Terra preta Beet



Jürgen Reckin